Hochsensibilität – Definition

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, dem die psychologische Forschung in den letzten 20 Jahres zunehmend Aufmerksamkeit widmet und das offensichtlich ca 15-20% der Bevölkerung betrifft, Männer wie Frauen gleichermaßen.

Die Betroffenen nehmen mehr der auf uns einströmenden inneren und äußeren Reize wahr. Es fehlen ihnen Filter, die sie vor zu vielen Eindrücken und Einflüssen im Alltag schützen. Sie verarbeiten diese Informationen tiefer und differenzierter und brauchen dafür länger Zeit. Sie erleben darüber hinaus einen längeren Nachhall aller Erfahrungen in ihrem gesamten System. (sensory processing xxx)

Daher können sie sich schnell überflutet, überstimuliert und nervlich übererregt fühlen.

Folgen der Überreizbarkeit

  • Unsicherheit
  • Schüchternheit
  • Rückzug
  • emotionale oder nervliche Instabilität (Wutausbrüche, Angstzustände, Weinkrämpfe ect.)
  • höhere Anfälligkeit für Stresserkrankungen
  • durch anhaltende Übererregung und Reizüberflutung neigen hochsensible Personen zu Erschöpfungszuständen, Depressionen, Schlafstörungen und in jungen Jahren zu Essstörungen.

HSP können auf der anderen Seite Zusammenhänge und Ereignisse wahrnehmen, die andere Menschen aus dem Bewusstsein einfach im Alltag herausfiltern. Wenn Hochsensibilität erkannt, akzeptiert und integriert wird, stellt sie ein großes Potential dar.
So trifft man bei ihnen auf eine ausgeprägte Differenziertheit, ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, ausgeprägte Intuition, eine besonders tiefe Reflexionsfähigkeit und Kreativität. Sie können weit über ihren eigenen Tellerrand blicken, größere Zusammenhänge erfassen und den Dingen tiefer als andere Menschen auf den Grund gehen.

Oft besteht auch eine hohe Empfänglichkeit für soziale Kommunikation, verbal und nonverbal, ein hohes Verantwortungsbewusstsein, gesteigerte Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Loyalität, angeborene Hilfsbereitschaft, gute Fähigkeit zum Zuhören, Harmoniebedürfnis, Sinn für Gerechtigkeit, große Hilfestellung für andere, Entfaltung ungeahnter Potenziale in extremen Situationen.

Durch die permanente Übererregung und Reizüberflutung neigen HSP zu Erschöpfungszuständen, Depression, Schlafstörungen und in jungen Jahren auch zu Essstörungen.